Besuch nach die Ostzone? Zujezojen? Keen Problem - Hier kannste dir schlau machn, damitte nich dastehst wiene Flöte!
Hier dreht sich alles um die lebendige Sprachwelt Berlins mit einem Übersetzer, der hochdeutsche Texte per Generator automatisch in Berliner Dialekt übersetzt. Grundlage ist das Buch 'Der richtige Berliner in Wörtern und Redensarten' von Dr. Hans Meyer.
In den alten Zeiten, wo dit Winschen noch jeholfen hat, lebte een Köng, dessen Töchta warn' alle scheen. Aba die jünjste war so scheen, det die Sonne selba, die doch so vieles jesehen hat, sich wunderte, so oft se ihr ins Jesicht schien. In die Nähe det Könjsschlosset lag een jroßa dunkla Wald, und in den Wald unta eena alten Linde war een Brunnen. Wenn nu der Tag recht heiß war, jing dit Könjskind hinaus in den Wald und setzte sich an'n Rand det kiehlen Brunnens. Und wenn et Langeweile hatte, so nahm et eene joldene Kujel, warf se in die Höhe und fing se wieda: Dit war sein liebstes Spielzeuj.
Eenmal fiel die joldene Kujel der Könjstochta nich in ihr Händchen, sonnern vorbei uff die Erde und rollte jeradezu ins Wassa hinein. Die Könjstochta blickte ihr erschrocken nach, aba der Brunnen war tief, so tief, det man keen' Jrund sah. Da fing se an zu weenen und weente imma lauta. Da rief ihr jemand zu: „Wat is mit dir, Könjstochta?” Se sah sich um, woher die Stimme käme. Da erblickte se een Frosch, der sein'n dicken, hässlichen Kopp aus den Wassa streckte. Se sagte: „Ick weene ieba meene joldene Kujel, die mir in den Brunnen hinab jefallen is.” – „Sei still und weene nich”, antwortete der Frosch, „ick kann dir helfen, aba wat jibst du mir, wenn ick deine Kujel wieda heraufhole?” – „Watte ham willst, lieba Frosch”, sagte se, „meene Kleida, meene Perlen, Edelsteine und ooch die joldene Krone, die ick trage.”
Der Frosch antwortete: „Deine Kleida, deine Perlen und Edelsteine und deine joldene Krone, die mag ick nich. Aba wennste mir versprichst, det du mir liebhaben willst, und ick dein Freind und Spielkamerad sein, an dein Tischlein neben dir sitzen, von dein joldenen Tellerlein essen, aus dein Becherlein trinken und in dein Bettlein schlafen derf, so will ick hinuntersteijen und dir die joldene Kujel wieda heraufholen.” – „Ach ja”, sagte se, „ick verspreche dir allens, watte willst, wennste mir nur die Kujel wiedabringst.” Se dachte aba: „Wat der dumme Frosch schwätzt! Der sitzt im Wassa und quakt und kann keenes Menschen Freind sein.“
Der Frosch, als er die Zusaje erhalten hatte, tauchte sein'n Kopp unta, sank hinab, und nach eena Weile kam er wieda ruff jerudert, hatte die Kujel im Maul und warf se ins Jras. Die Könjstochta freute sich sehr, als se ihr schönes Spielzeug wieda erblickte, hob et uff und lief damit fort. „Watte, watte”, rief der Frosch, „nimm mir mit, ick kann nich so loofen wie du!” Aba wat half et ihn, det er ihr sein Quak, Quak so laut nachschrie, wie er konnte! Se hörte nich darauf, eilte nach Hause und hatte bald den armen Frosch vajessen, der wieda in sein'n Brunnen hinab steijen musste.
Am nächsten Tag, als sich die Könjstochta mit den Köng und allen anneren Hofleuten zur Tafel jesetzt hatte und von ihrn' joldenen Tellerlein aß, da kam, plitsch platsch, plitsch platsch, wat die Marmortreppe ruff jekrochen, und als et oben anjelangt war, klopfte et an de Tür und rief: „Könjstochta, jünjste, mach mir uff!” Se lief hin und machte die Tür uff. Et saß der Frosch davor. Da warf se die Tür hastich zu und setzte sich wieda an'n Tisch. Der Köng sah, det ihr dit Herz jewaltich klopfte, und sprach: „Meen Kind, wa'm fürchtest du dir, steht etwan een Riese vor die Tür und will dir holen?“ „Ach nein“, antwortete se, „es is keen Riese, sonnern da draußen is een jarstiga Frosch”, antwortete se. „Wat will der Frosch von dir?“ „Ach, lieba Vata, er hat mir meene joldene Kujel aus den Brunnen wieda heraufjeholt, nachdem se mir beim Spielen hineingefallen war. Ick versprach ihn dafor, er sollte meen Freind wern; ick dachte aba nimmermehr, det er aus sein'n Wassa rauskönnte. Nu is er draußen und will bei mir rin.” Und schon klopfte et zun zweeten Mal und der Frosch rief:
„Könjstochta, jünjste, mach mir uff, weeßt du nich, wat jestern du bei mir jesagt bei den kiehlen Brunnenwassa? Könjstochta, jünjste, mach mir uff!”
Da sagte der Köng: „Watte versprochen hast, dit musst du ooch halten; jeh nur und mach ihn uff.” Se jehorchte und der Frosch hipfte rin, bis zu ihrn' Stuhl. Da saß er und rief: „Heb mir ruff bei dir.” Se wollte nich, aba der Köng befahl et ihr. Als der Frosch erst uffn Stuhl war, wollte er uffn Tisch, und als er da saß, sprach er: „Nu schieb mir dein joldenes Tellerlein näha, damit wir zusammen essen.” Dit musste se ooch tun. Endlich sprach er: „Ick habe mir satt jejessen und bin miede; nu trag mir in dein Kämmerlein und mach dein Bettlein zurecht, da wolln wa uns schlafen lejen.” Die Könjstochta fing an zu weenen und fürchtete sich vor den kalten Frosch, der nu in ihrn' schönen, reinen Bettlein schlafen sollte. Der Köng aba wurde zorng und sprach: „Wer dir jeholfen hat, als du in die Not warst, den sollste danach nich verachten.” Da packte se ihn mit zwee Fingern, trug ihn ruff und setzte ihn in eene Ecke. Als se aba im Bette lag, kam er jekrochen und sprach: „Ick bin miede, ick will schlafen so jut wie du: Heb mir ruff, oda ick saj‘s dein Vata.” Da wurde se erst bitterböse, holte ihn ruff und warf ihn mit alla Kraft jejen die Wand: „Nu wiste Ruhe jeben, du jarstiga Frosch.”
Als er aba herabfiel, war er keen Frosch mehr, sonnern een Könjssohn mit schönen und freindlichen Oojen. Er wurde ihr lieba Freind und Jemahl. Da azählte er ihr, er wär' von eena bösen Hexe verwinscht worn', und keena nich hätt ihn aus den Brunnen erlösen können als se allein. Dann schliefen se een, und an andern Morjen wollten se in sein Reich fahren, wo se heiraten sollten. Als die Sonne se aufweckte, kam een Wajen herangefahren, mit acht prachtvollen weißen Pferden bespannt und hinten stand der Diena det jungen Könjs: Dit war der treue Heinrich. Der treue Heinrich hatte sich so betriebt, als sein Herr in een Frosch verwandelt worn' war, det er drei eiserne Bande um sein Herz hatte lejen lassen, damit et ihn nich vor Weh und Traurjkeit zerspränge. Der Wajen aba sollte den jungen Köng in sein Reich abholen. Der treue Heinrich hob beede hinein, stellte sich wieda hinten uff und war volla Freude ieba die Erlösung.
Und als se een Stück jefahren warn', hörte der Könjssohn, det et hinta ihn krachte, als wär' wat zerbrochen. Da drehte er sich um und rief:
„Heinrich, der Wajen bricht!” „Nein, Herr, der Wajen nich, es is een Band von meen Herzen, dit da lag in jroßen Schmerzen, als Ihr in den Brunnen saßt, als Ihr een Frosch wart.” Noch eenmal und noch eenmal krachte et uffn Weg, und der Könjssohn meente imma, der Wajen bräche, und et warn' doch nur die Bande, die von Herzen det treuen Heinrich absprangen, weil sein Herr erlöst und jlicklich war.